Sonnenaufgang über einem grünen Wald mit Sonnenstrahlen, die durch die Bäume scheinen.

Ben Lorenz Tierfotografie

Heimische Tiere 2026

Junge trägt Tarnkleidung, wandert durch einen Wald, trägt eine Kamera auf der Schulter.

“Jedes Bild ist mehr als ein kurzer Augenblick – es ist das Ergebnis von vielen Ideen, großer Geduld und meiner Leidenschaft für die Natur.”

Frühjahr- oder Winterlandschaft mit einem bunten Fasan auf dem Boden, umgeben von Gräsern und Schneeresten.

Januar

Der Morgen ist still, die Kälte zieht durch das Zelt. Seit Stunden warte ich, ohne zu wissen, ob heute etwas passiert. Dann bewegt sich etwas am Rand des Feldes.

Ein Fasan tritt aus der Deckung, vorsichtig, wachsam. Das erste Licht fällt auf sein Gefieder, und plötzlich scheint die winterblasse Landschaft Farbe zu bekommen.

Ich halte den Atem an, bewege mich keinen Millimeter. Jetzt zählt nur dieser Moment.

Ein Rotfuchs steht in einer nebeligen, grasbewachsenen Landschaft.

Februar

Ein stiller Morgen im Schneefeld. Ich ziehe über den gefrorenen Boden, in hellem Tarnanzug, die Kamera griffbereit. Der Schnee fällt leise, die Welt ist grau und klar zugleich.

In der Ferne taucht ein Fuchs auf. Ich sinke zu Boden und spüre die Kälte.

Zentimeter für Zentimeter kommt er näher, bis er mich bemerkt. Ein kurzer Blick, lautlos festgehalten, und er verschwindet wieder im Weiß.

Zwei bunt gefiederte Enten (ein Mandarinente im Vordergrund, eine braune Ente im Hintergrund) sitzen auf einem Baumstamm im Wasser, umgeben von grünen Wasserpflanzen.

März

Ein stiller Morgen im Wald, feuchte Luft, weiches Licht. Ich folge einem kleinen Flusslauf, höre Vögel rufen, sehe das Wasser glitzern.

Dann entdecke ich sie. Ein Paar Mandarinenten auf einem umgestürzten Stamm. Der Erpel leuchtet im zarten Grün, das Weibchen ruhig an seiner Seite.

Ich bleibe still, beobachte, löse leise aus und gehe weiter. Sie bleiben, wo sie sind und der Moment bleibt bei mir.

Ein Europäischer Dachs klettert an einem Baumstamm in einem Wald mit grünen Pflanzen und einer warmen, orangefarbenen Lichtstimmung im Hintergrund.

April

Auf dieses Bild habe ich Jahre gewartet. Ein neuer Dachsbau am Waldrand, viele Abende im Tarn, Mücken, Stille und Hoffnung. Und dann, im warmen Licht des Sonnenuntergangs, tritt er lautlos aus seinem Bau – vorsichtig, kraftvoll, ganz in seiner Welt. Ein Moment, der all die Geduld wert war.

Junge Füchse im Gras, eines von ihnen macht eine gellende Lautäußerung.

Mai

Ein warmer Maiabend am Fuchsbau.

Die Welpen liegen als kleines Fellknäuel vor dem Eingang, grau und noch ganz jung. Ich warte, beobachte und plötzlich hebt einer der Jungfüchse den Kopf, gähnt müde ins letzte Licht und sinkt wieder zurück. Ein stiller Moment, kurz und vollkommen.

Ein Wiedehopf mit einer orangefarbenen Haube und schwarzen Flecken, der auf einem Ast sitzt und einen Wurm im Schnabel hält.

Juni

Ich habe wochenlang geplant, bin früh aufgestanden und habe geduldig gewartet. Irgendwann landet der Wiedehopf dort, wo das Licht ihn perfekt trifft. Mit aufgestellter Haube und Beute im Schnabel entsteht das Bild, von dem ich so lange geträumt habe.

Ein Sschwarzstorch mit rotem Schnabel steht im Wasser, umgeben von grünen Pflanzen und Baumresten.

Juli

Ein seltener Schwarzstorch am Waldbach.

Zuerst sehe ich ihn zufällig und am nächsten Morgen sitze ich schon im Dunkeln wieder dort. Tatsächlich erscheinen zwei Störche im ersten Licht und kommen langsam näher.

Ein stiller, besonderer Moment mit einem Foto, über das ich mich bis heute freue.

Ein Mink sitzt auf einem Baumstamm im Wasser, umgeben von grünen Wasserpflanzen.

August

Auf dem Rückweg mit dem Kajak taucht plötzlich ein kleiner dunkler Körper vor mir aus dem Wasser auf. Ein Amerikanischer Nerz, auch Mink genannt, klettert auf einen Stamm und schaut mich neugierig an. Nur ein paar Sekunden, allerdings lang genug für dieses Bild.

Ein unerwartetes Sommerhighlight.

Eine Rohrweihe fliegt gegen den Himmel, mit Bäumen im Hintergrund.

September

Auf einer einfachen Fahrradrunde sehe ich in der Ferne eine Rohrweihe.

Ich zögere kurz, halte dann aber an, reiße den Rucksack auf und nehme die Kamera in die Hand, genau im richtigen Moment. Die Weihe dreht direkt vor mir ab und ich kann diesen eleganten Flug festhalten.

Ein spontanes und unerwartetes Erlebnis!

Ein Reh steht in hohem Gras in einem grünen Wald mit Bäumen im Hintergrund.

Oktober

Ich sitze eigentlich am Dachsbau, als hinter mir plötzlich ein Rehbock auftaucht. Er kommt näher, ohne mich zu bemerken, und erst als ich mich minimal bewege, schaut er direkt zu mir. Genau in diesem Moment löse ich aus.

Ein kurzer, stiller Augenblick, der zeigt, wie überraschend die Natur sein kann.

Ein Wolf in einem Wald mit Bäumen und trockenem Laub auf dem Boden.

November

Nach Monaten voller Spurensuche entdecke ich plötzlich einen Wolf auf einer kleinen Erhöhung. Er blickt zu mir herab, ruhig und aufmerksam. Ich hebe die Kamera, mache ein paar Schritte und fotografiere ihn im ersten Licht, bevor er lautlos verschwindet.

Ein Foto, das man nicht plant, sondern eines, das einen findet.

Ein Eisvogel sitzt auf einem Baumzweig vor einem unscharfen Hintergrund.

Dezember

Ich laufe im Winter oft an diesem kleinen Fluss entlang, weil dort regelmäßig ein Eisvogel auftaucht. An diesem Tag bleibt er besonders lange auf seinem Ast sitzen.

Ich pirsche mich vorsichtig heran und fotografiere ihn in der kalten, blauen Stille des Flusses — ein stiller, winterlicher Moment.

Landschaft mit einem dichten grünen Wald im Morgengrauen, Sonnenstrahlen scheinen durch die Bäume, mit leichter Nebel in der Luft.

Abschlusswort

Danke, dass du meinen Kalender anschaust und die Geschichten dahinter hörst.


Jedes Bild steht für einen besonderen Moment in der Natur und ich hoffe, dass sie dich genauso berühren wie mich.

Beste Grüße, Ben